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Parasiten


Skabies

Organsystem
Haut und Schleimhaut
Diagnostische Methode
Histologie
Geographische Region
Trockengebiete,
Inseln,
Tropische und Subtropische Region,
Polare and Subpolare Zone,
Gemäßigte Zone

Stanzbiopsie der Haut mit einer…
Stanzbiopsie der Haut mit einer…
Stanzbiopsie der Haut mit intrakornealen…
Morphologie

Histologie:

  • Stanzbiopsie oder Shave-Biopsie der Haut mit Nachweis von Skabiesmilben, Eiern oder Kot (Scybala) subkorneal oder in der oberflächlichen Epidermis
  • Die Epidermis kann eine Spongiose mit oder ohne Zeichen von Exkoriation oder Akantholyse zeigen
  • Oberflächliche dermale perivaskuläre lymphohistiozytäre Entzündung mit Eosinophilen und gegebenenfalls Neutrophilen
  • Skabiesmilben sind oval (ca. 0,5 mm lang) und besitzen ein chitinhaltiges Exoskelett, quergestreifte Muskulatur, dorsale Dornen und 4 Beinpaare
  • Ovale Eier mit einer Länge von 0,1 – 0,2 mm
  • Milben und deren Kot zeigen unter polarisiertem Licht eine schwache Doppelbrechung
  • Die histologische Identifizierung gehört üblicherweise nicht zur Routinediagnostik, kann jedoch bei atypischen Manifestationen hilfreich sein

Klinische und morphologische Manifestationen (1):

  • Klassische Skabies
    • Papulöse Eruptionen mit sichtbaren Milbengängen und (nächtlichem) Pruritus
    • Milben typischerweise am Rand der kutanen Milbengänge nachweisbar
    • Unspezifische entzündliche Reaktion der superfiziellen Dermis mit Eosinophilen
    • Prädilektionsstellen: Handflächen, Interdigitalräume, Fußsohlen, Handgelenke, Axilla, inframammäre Falten, Areolen (bei Frauen), Gesäß, Genitalien, Leisten, Oberschenkel und Nabel
  • Noduläre Skabies
    • Hautfarbene bis rötlich-braune subkutane Noduli infolge einer überschießenden Hypersensitivitätsreaktion oder durch Kratzen/Reiben
    • Häufiger bei Säuglingen und Kleinkindern
    • Histologischer Nachweis von Milben seltener
    • Dichtes oberflächliches und tiefes lymphohistiozytäres Infiltrat der Dermis mit vermehrten Eosinophilen
    • Prädilektionsstellen: Axilla, unterer Rumpf, Oberschenkel, Leistenregion und Skrotum
  • Verkrustete Skabies (Scabies crustosa)
    • Diffuse epidermale Hyperkeratose; Pruritus kann gering ausgeprägt sein oder fehlen
    • Assoziiert mit hoher Milbenlast
    • Histologisch psoriasiforme Hyperplasie mit massiver epidermaler Hyper- und Parakeratose sowie unzähligen Milben zwischen den keratotischen Schuppen und mehrschichtigen Milbengängen
    • Prädilektionsstellen: Handflächen, Ohren, Streckseiten der Ellenbogen und Fußsohlen; kann jedoch jeden Körperbereich betreffen
    • Häufiger bei immunsupprimierten und körperlich geschwächten Personen
    • Sekundäre bakterielle Infektionen häufig
  • Bullöse Skabies
    • Seltene Variante
    • Stark juckende, pralle oder schlaffe Blasen, mit oder ohne sichtbaren klassischen Skabiesläsionen
    • Prädilektionsstellen: Rumpf und Extremitäten
    • Häufiger bei älteren PatientInnen
    • Histologisch subepidermale Blasenbildung mit intraepidermaler neutrophiler und eosinophiler Infiltration; Milben seltener nachweisbar
    • Direkte und indirekte Immunfluoreszenz negativ
    • DD: bullöses Pemphigoid (2)
  • Nagelskabies
    • Vor allem bei Scabies crustosa bei immunsupprimierten PatientInnen
    • Verfärbte, verdickte und dystrophe Finger- und Zehennägel mit möglicher subungualer Beteiligung

Differenzialdiagnosen:

  • Demodex-Milben – mit den Haarfollikeln assoziiert sind und keine dorsalen Dornen besitzen
  • Arthropodenstich – Dermatitis mit Eosinophilen; ältere Läsionen können eine diffuse oder noduläre Entzündung zeigen
  • Kutane Larva migrans – ähnliches Bild einer spongiotischen und perivaskulären chronischen Dermatitis mit zahlreichen Eosinophilen; selten Nachweis von Nematodenlarven in der tiefen Dermis
  • Ekzematöse Dermatitis – ähnliches histologisches Erscheinungsbild, jedoch ohne Nachweis von Skabiesmilben, Eiern oder Kot
  • Bullöses Pemphigoid vs. bullöse Skabies
Klinik

Erworbene Hautinfestation durch Milben der Art Sarcoptes scabiei var. hominis.

Weltweite Verbreitung und hohe Kontagiosität.

Übertragung durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt und Geschlechtsverkehr oder seltener indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Bettwäsche oder Kleidung. Das Übertragungsrisiko steigt mit der Dauer und Häufigkeit des direkten Haut-zu-Haut-Kontakts sowie mit der Anzahl der Milben auf der Haut. Häufig können mehrere Familienmitglieder, Freunde und enge Kontaktpersonen gleichzeitig betroffen sein.

Klinische Symptome treten typischerweise 4–8 Wochen nach der Erstinfestation auf und umfassen einen intensiven, generalisierten Pruritus, der sich nachts aufgrund der erhöhten Milbenaktivität verstärkt.

Skabies bei älteren Menschen zeigt häufig eine atypische klinische Präsentation mit möglicher Beteiligung der Kopfhaut und des Gesichts sowie einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Scabies crustosa aufgrund verschiedener altersbedingter Faktoren.

Skabies bei Säuglingen führt zu erhöhter Reizbarkeit und Gedeihstörung und manifestiert sich typischerweise mit Papeln, Vesikeln und Pusteln, während sich bei Kindern die Skabiesinfektion häufig mit Milbengängen, erythematösen Papeln und Noduli präsentiert.

Die Diagnose wird üblicherweise klinisch gestellt, wobei der Anamnese und dem klinischen Erscheinungsbild besondere Bedeutung zukommt.

Um die Übertragung und ein Wiederauftreten durch Reinfestation zu verhindern, müssen alle engen Kontaktpersonen gleichzeitig behandelt werden, auch wenn sie asymptomatisch sind.

Weiterführende Diagnostik
Dermatoskopie; Klebebandtest; Hautgeschabsel mit mikroskopischer Untersuchung; Hautbiopsie; optische Kohärenztomographie
Referenzen

1. Al-Dabbagh J, Younis R, Ismail N. The currently available diagnostic tools and treatments of scabies and scabies variants: An updated narrative review Medicine. 2023;102(21):e33805. doi:10.1097/MD.0000000000033805

2. Su WJ, Fang S, Chen AJ, Shan K. A case of crusted scabies combined with bullous scabies. Exp Ther Med. 2015;10(4):1533-1535. doi:10.3892/etm.2015.2668

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